Zum Thema junge und innovative Musikmanager – hier ist noch so einer: Ethan Kaplan ist CTO (Chief Technology Officer) bei Warner Records und damit mit seinen 29 Jahren schon an einer ziemlich spannenden Stelle. Kaplan gründete mit 16 Jahren eine der ersten Fan-Seiten des Internets überhaupt. Murmurs.com ist die mittlerweile populärste Anlaufstelle über die Band R.E.M. Und Kaplan nutzte diese Aufmerksamkeit nicht nur, um Kontakt zur Band zu haben, sondern hat auch glatt noch eine Anstellung bei deren Record Label bekommen. Nicht schlecht so was. Kaplan bezeichnet sich selbst als Geek und als solcher sitzt er an der spannenden Schnittstelle zwischen Technologie und Musik. Good place to be. Lesenswert ist auch sein Blog. Abchecken!
April 5, 2008
Schlag den Raab
Für die Süddeutsche gibt Stefan Raab ein lustiges, unterhaltsamen, bisweilen sehr bissiges Interview. Im Fernsehen ist er nach wie vor ein langweiliger bis unfähiger Moderator (man sehe sich nur mal an, wie Christoph Maria Herbst Raab am laufenden Band in dessen eigener Sendung versemmelt.) Das ist nicht schlimm, aber ich vermisse die Spannung bei den deutschen Talkern. Raab kann anderes, wie skurrile Formate ausdenken, sehr gut. Nur eine Night-Show hosten, das kann er nicht.
Jedenfalls nicht, wenn man ihn mit der Qualität anderer (US-amerikanischer) Hoster vergleicht. Ich liebe diese Nightshows von Letterman, Leno, Conan, Jon Stewart, Colbert oder Kimmel. Unglaublich, was da am späten Abend abgefeiert wird. Nicht langweilige und auch nicht banale Komik. Dazu geistreiche, manchmal auch politische, Anekdoten-gespickte und häufig geschauspielerte Interviews mit den Gästen. Kein Vergleich zu dem Geschwafel von Raab (auf Comedy-Acts aus Deutschland will ich da schon erst gar nicht zu sprechen kommen). Für politisch anspruchsvolle Komik gibt es bei uns nur Kabarett. Aber wo sind Leute, die das mit einem ansprechenden Format im Fernsehen austreten könnten? Harald Schmidt war so ein einer. Aber der hat das auch zu wenig ausgespielt. Und Nachahmer hat er auch nicht in seinen Bann gezogen. Schade.
April 4, 2008
Schon schwer, so als Marktführer…
Microsoft startet eine Image-Kampagne für 300 Millionen Dollar. Allein die Summe ist gigantisch. Wohlgemerkt: hier geht es nicht um eine neue Produkteinführung, sondern um eine IMAGE-Kampagne. Darüber hinaus ist irgendwie bemerkenswert, dass ein Unternehmen, welches Marktführer ist, gegen Apple (besseres Image Computer) und Google (besseres Image Internet) nur schwer ankommt. Letzten Endes wird auch eine teure Image-Kampagne nichts daran ändern können, dass Apple der (sympathische) Underdog ist (und bleibt) und (mit noch überwiegend positivem Image) Google das Internet beherrscht.
April 4, 2008
Schwarz-rot forever.
Politiker haben seltsame Namen. Von den beiden »Stones« (Steinbrück und Steinmeier) mal ganz abgesehen: was ist eigentlich mit diesem Peter Harry Carstensen? Oder heißt er Carsten Harry Petersen? Oder gar Peter Carsten Harrysen? Nun, wie auch immer, ich wäre ja dafür, dass er, der Friese, der nächste Spitzenkandidat der Union wird. Am Besten in einer Großen Koalition mit Kurt Beck. Allein rein optisch würde das schon was hermachen. Eine Koalition der Vollbärte. Auch namentlich wären mit Kurt und Harry zwei überschaubare Vornamen zu merken. Man könnte jetzt noch viel sagen, aber eines wäre sicher: Die Bundesrepublik, die dabei rauskommen würde, wäre – nun ja, gemütlich.

April 3, 2008
Next Generation Musikmanager
Gestern bin ich bei der Erstellung dieses Posts auf Topspin Media gestoßen. Topspin ist ein kleines Startup, das deshalb in das Visier der großen Medien geriet, weil Ian Rogers, bisher Musikchef von Yahoo, seinen Arbeitsplatz dort einnehmen wird. Insofern eine spannende Sache.Wer sich ein bisschen auf der Webseite des Unternehmens rumklickt stellt fest: das ist eine geile Geschichte. Mir ist noch nicht 100% klar geworden, was das Startup genau macht, aber genau so stelle ich mir die Zukunft der Musikindustrie vor: ein Merger von Tech-Mentalität und musikalischer Kreativität. Ähnliches kennt man ja auch bspw. von Last.fm. Faszinierende Unternehmensideen in einer zusammenbrechenden Industrie. Leute, die dort arbeiten, sind für mich die Zukunft und auch die Hoffnung der Musikbranche.
Wenn ich da höre, dass sich große Plattenbosse trotz Rekordverluste immer noch dicke Gehaltssteigerungen genehmigen, dann kann man sich denken, dass diese Generation der Label-Funktionäre aussterben wird, ja, aussterben muss. Leute wie Ian Rogers oder der jetzt neu angetretene Präsident von EMI, der von Google kommt, kündigen an, dass die neue Generation der Musikmanager eine andere sein wird. Zugeben, die alte Garde hatte schon auch ihre Charme. Dieses völlig übertriebene Hummer-Champagner-Koks-Rolex-Geflecht (ein Bild davon konnte man sich bei dem kürzlich ausgehobenen Wespennest bei EMI machen, wo ein Posten von 200.000 Pfund für »Fruits and Flowers« entdeckt wurden – damit waren Drogen und Prostituierte gemeint!) hatte schon eine solch übertrieben Eigenwilligkeit, dass der Glamour der Inhalte auch auf die Manager der Firmen zurückfiel.
Aber das ist eben vorbei. Zukunftsträchtige Musikmanager kommen weder mit der Harley Davidson, noch im maßgeschneiderten Anzug zu Vertragsverhandlungen. Dafür stehen sie abends in Wuschelfrisur und Röhrenjeans im Club, twittern ihre Eindrücke vom Konzert, haben einen vollgepackten iPod und keine Berührungsängste mit neuen Technologien. Diese Leute sind Geeks. Und das meine ich positiv. Sie haben eine Passion für Musik, aber sie haben auch ein liebendes Verständnis für Technologien, Netzwerke und das Internet. Doug Morris, CEO von Universal, soll angeblich bis heute keinen Computer im Zimmer stehen haben. Stattdessen lässt er Email-Antworten diktieren. That’s not the future. Topspin, Last.fm und andere sind drauf und dran die Musikbranche des neuen Jahrtausends zu prägen.
PS: Eigentlich hatte ich diesen Post zuerst für Boogiezitty geschrieben. Da er aber inhaltlich so gut passte, gab’s eine Parallelveröffentlichung auf COMMENTMUS!C….
April 3, 2008
COMMENTMUSIC: MySpace startet Joint Venture mit den Labels
Der Disput zwischen der Social-Community MySpace und den Musiklabels nähert sich einem Ende. Die Lösung: Die Gründung eines Joint-Ventures mit allen Majors (allein EMI befindet sich gegenwärtig noch in Verhandlungen). News Corp., Besitzerin von MySpace, wird das Ganze mit einer Finanzspritze von 120 Mio. Dollar unterstützen – Geld, das die Labels erhalten. Im Gegenzug wird das Gerichtsverfahren eingestellt und die Plattenfirmen stellen ihre Musik einer neuen MySpace-Music-Seite zur Verfügung. MEHR]
März 3, 2008
please check ur spelling
machen werbeagenturen eigentlich auch die außendarstellung von botschaften? wenn ja, hier sollte noch mal ein reinzeichner drüber. oder besser: ein rechtschreibprogramm.
Januar 25, 2008
die spinnen!
gestern laufen wir bei nacht durch die stadt. eine rote ampel, kein auto, keine kinder, nur ein paar fußgänger, die neben uns warten. normal-bürger laufen dann los. so auch wir. die anderen wartenden pöbeln uns daraufhin an. dass diese ampel rot sei. achso? mir ist noch nicht einmal eine schicke antwort eingefallen, so verdutzt war ich. wie kann man solch einen stock im allerwertesten haben?




April 4, 2008
COMMENTMUSIC: Wozu Labels?
Auf paidContent gibt es ein erstes Interview mit dem von Google kommenden, designierten EMI-Präsident Douglas Merrill. Einen ersten Mentalitäts-Vorteil seines jetzt-noch-Arbeitgebers kann man schon heraushören: Merrill erklärt, dass nicht jedes Experiment augenblicklich amortisiert werden muss oder kann, sondern dass längerfristige Effekte und das Ausprobieren neuer Wege auch Teil des Zieles sein können. Diese Trial’n’Error-Methode kann… [MEHR]
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